Ein Vater, der alles verändert!

702px-Rembrandt_Harmensz._van_Rijn_-_The_Return_of_the_Prodigal_Son.jpg#asset:116Vor bald fünf Monaten, bin ich zum dritten Mal Vater geworden. Die Freude ist riesig! Kinder sind ein Geschenk Gottes. Ich bin gerne Vater. Aber ich merke auch: Gott hat mir eine Verantwortung gegeben. Vater sein ist kostbar, aber nicht immer nur einfach oder nur schön. Als Vater habe ich auch eine einzigartige Beziehung: Wir gebrauchen das Wort «Vater» nicht inflationär, sondern für Menschen, denen wir biologisch unser Leben verdanken oder denen wir sozial so nahe sind, dass wir sie Vater nennen möchten.

Beim Lesen der Bibel bin ich wieder darauf gestossen, dass Jesus diesen Begriff «Vater» ganz selbstverständlich auf Gott überträgt. Er lehrt nicht nur seine Nachfolger und Schüler das «Unser Vater,» sondern betet auch selbst zu seinem Vater. Ja er geht sogar noch einen Schritt weiter und verwendet die vertraute zwischenmenschliche Anrede «Abba» – was vermutlich unserem «Vati», «Papa» oder «Daddy» entspricht – und betet «Abba, lieber Vater.» Das überrascht umso mehr, wenn man weiss, dass es im Judentum in der Zeit Jesu überhaupt nicht selbstverständlich war, Gott als Vater anzureden.

In Lukas 15 erzählt Jesus von einem Vater, dessen Sohn das ganze Erbe verjubelt hat und am Ende pleite und gebrochen nach Hause kommt. Dort sagt Jesus von diesem Vater bzw. Gott: Der Sohn war noch weit weg, da sah ihn sein Vater schon und fühlte Mitleid, und er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. (Lukas 15,20). Was für ein ungeheurer Gedanke! Was für eine prägende Erfahrung. Gott als «mein Vater.» Gott nicht als distanzierter Schöpfer oder Richter, sondern als Vater der Ausschau nach uns hält, dem unser Leben nicht egal ist, der uns entgegenkommt, uns um den Hals fällt, uns zu seinen Kindern macht und uns mit dem versorgt, was wir brauchen.

Jesus zeigt uns einen Gott, der nicht auf Distanz bleibt, sondern sich für uns interessiert und für uns sorgt. Als Gemeinde ist es unser Auftrag Menschen dieses Bild von Gott zu vermitteln. Durch Wort und Tat. Ich freue mich über die vielen Möglichkeiten, die wir haben Menschen willkommen zu heissen – egal, welche Geschichte sie mitbringen. Und ihnen von einem Vater zu erzählen, der mit seiner Botschaft, seiner Kraft und seiner Liebe alles verändert.

Veröffentlicht am 27.8.2017